Asbest im Altbau

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Asbest im Altbau
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Wer ein älteres Haus besitzt, kennt die Sorge um Asbest, besonders wenn eine Renovierung ansteht. In Deutschland gilt seit 1993 ein allgemeines Asbestverbot. Deshalb können fast alle Häuser, die vor etwa 1993 gebaut oder renoviert wurden, asbesthaltige Materialien enthalten. In diesem Artikel gehen wir durch, was Sie als Eigentümerin oder Eigentümer eines älteren Hauses wissen und prüfen sollten.

Typische Asbeststellen in verschiedenen Jahrzehnten

Die Verwendung von Asbest änderte sich über die Jahrzehnte. In Häusern aus den 1950er-Jahren und früher findet sich Asbest vor allem in Rohrisolierungen, Eternitplatten und rund um Feuerstätten. In Häusern aus den 1960er-Jahren sind Fliesenkleber, Bodenbelagskleber, PVC-Beläge, Floor-Flex-Platten und Spachtelmasse typische Asbestmaterialien.

In Gebäuden aus den 1970er-Jahren findet man Asbest oft an denselben Stellen wie in Häusern aus den 1960er-Jahren, zusätzlich aber in Akustikplatten und in der Dämmung von Lüftungskanälen. Mit dem Verbot 1993 endete die Verwendung, doch Materialien aus den Jahren davor können noch Asbest enthalten, zum Beispiel Fliesenkleber, Spachtelmasse und Rohrisolierungen.

Was sollten Sie vor der Renovierung prüfen?

Bevor die Renovierung beginnt, sollten Sie klären, welche Materialien vom Abriss betroffen sind. Prüfen Sie besonders Folgendes: Fliesenkleber und Fugenmörtel im Bad, Spachtelmasse an den Wänden, PVC-Beläge auf dem Boden und den Kleber darunter, Rohrisolierungen, Dachmaterialien wie Eternit- bzw. Asbestzementplatten und Dachpappe sowie Wandplatten. All diese Materialien können Asbest enthalten.

Ein guter Anfang ist es, das Baujahr des Hauses herauszufinden und ob es vor 1993 renoviert wurde. Wurde das Haus mehrmals renoviert, können Materialien aus verschiedenen Zeiten übereinander liegen.

Eine praktische Vorgehensweise

Eine Asbestuntersuchung in einem älteren Haus bedeutet nicht, dass alle Materialien auf einmal untersucht werden müssen. Am praktischsten ist es, die Materialien zu untersuchen, die von der Renovierung betroffen sind. Wenn Sie zum Beispiel das Bad renovieren möchten, nehmen Sie Proben von den Materialien im Bad. Soll der Boden erneuert werden, untersuchen Sie den Bodenbelag und den Kleber darunter.

Diese gezielte Vorgehensweise ist kosteneffizient und reicht in den meisten Fällen aus. Eine umfassendere Erkundung des ganzen Hauses ist erst nötig, wenn das ganze Haus kernsaniert oder abgerissen werden soll.

Intakte Materialien und Materialien, die entfernt werden

Es ist wichtig zu verstehen, dass intakte asbesthaltige Materialien im Inneren eines Bauteils keine unmittelbare Gefahr darstellen. Schädlich wird Asbest erst, wenn das Material beschädigt wird und Fasern in die Atemluft gelangen. Deshalb ist eine Asbestuntersuchung gerade vor Abrissarbeiten besonders wichtig.

Wenn Sie nicht renovieren, sondern überlegen, ein älteres Haus zu kaufen, können Sie den Verkäufer fragen, ob bereits Asbestuntersuchungen gemacht wurden. Ein übliches Gutachten beim Hauskauf umfasst Asbest oft nicht, daher lohnt es sich, das gesondert zu prüfen.

Besonderheiten bei Einfamilien- und Reihenhäusern

In Einfamilienhäusern kann Asbest an vielen Stellen vorkommen, weil das Haus im Laufe der Jahrzehnte oft mehrmals renoviert wurde. Bei jeder Renovierung können asbesthaltige Materialien verwendet worden sein, sodass die Bauteile mehrere asbesthaltige Schichten übereinander haben können.

Bei Reihenhäusern ist die Lage oft ähnlich, zusätzlich sind aber die Bauteile zu berücksichtigen, für die die Eigentümergemeinschaft zuständig ist, zum Beispiel Fassaden, gemeinsame Leitungen und Dachkonstruktionen. Die Eigentümergemeinschaft sollte die Asbestfrage vor gemeinsamen Renovierungsvorhaben klären.

Wie gehen Sie weiter vor?

Wenn Sie ein älteres Haus besitzen und renovieren möchten, klären Sie zuerst, ob die Materialien, die entfernt werden sollen, Asbest enthalten. Nehmen Sie eine Probe des Materials, verpacken Sie sie und schicken Sie sie an das Labor. Anhand des Ergebnisses wissen Sie, ob Sie normal abreißen können oder die Hilfe eines auf Asbestsanierung spezialisierten Fachbetriebs brauchen.

Ein älteres Haus ist kein Problem – es ist eine Chance. Wenn Sie wissen, welche Materialien in den Bauteilen stecken, können Sie die Renovierung sicher und effizient planen. Eine Asbestanalyse ist eine kleine Investition, die Sicherheit und Ruhe gibt.

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