Ja, Sie können eine Asbestprobe selbst entnehmen und zur Analyse an ein Labor schicken. Das ist ein gängiger und sicherer Weg, um herauszufinden, ob ein Baustoff Asbest enthält. Die Probe selbst zu entnehmen eignet sich besonders, wenn nur wenige Materialien untersucht werden sollen und die Renovierung einen bestimmten Raum oder ein bestimmtes Bauteil betrifft.
Wann funktioniert die eigene Probenahme?
Sie funktioniert gut, wenn Sie wissen, welches Material Sie untersuchen lassen möchten, und ein kleines Stück davon lösen können. Typische Beispiele sind die Untersuchung des Fliesenklebers im Bad, die Prüfung eines PVC-Belags oder seines Klebers, die Analyse von Wandspachtel oder die Prüfung eines einzelnen Materials vor einer kleineren Renovierung.
Die eigene Probenahme ist besonders praktisch, wenn Sie schnell und kostengünstig klären möchten, ob ein oder wenige Materialien Asbest enthalten. Sie müssen keinen Termin mit einer Fachkraft vereinbaren, sondern können es erledigen, wann es Ihnen passt.
Wann ist es besser, eine Fachkraft zu beauftragen?
Eine Asbesterkundung durch eine Fachkraft ist vorzuziehen, wenn die Renovierung umfangreich ist und viele Materialien entfernt werden. Eine Komplettsanierung, die Erneuerung der Leitungen oder der Abriss eines ganzen Gebäudes erfordern in der Regel eine umfassendere Erkundung, bei der die Fachkraft alle möglichen Asbestmaterialien bestimmt und systematisch Proben nimmt.
Eine Fachkraft ist auch dann eine gute Wahl, wenn Sie nicht wissen, aus welchem Material die Probe entnommen werden soll, oder wenn die Konstruktion mehrere Schichten hat, deren Erkennung Erfahrung erfordert. Eine erfahrene Sachverständige oder ein erfahrener Sachverständiger kennt Materialien aus verschiedenen Zeiten und weiß, wo die Proben zu entnehmen sind.
Sicherheit bei der eigenen Probenahme
Die Probenahme ist sicher, wenn Sie die grundlegenden Anweisungen befolgen. Tragen Sie eine FFP3-Atemschutzmaske und Schutzhandschuhe. Schalten Sie die Lüftung im Raum während der Probenahme aus und wischen Sie den Bereich danach mit einem feuchten Tuch ab.
Eine einzelne Probe erzeugt sehr wenig Staub, und eine kurzzeitige Belastung bedeutet kein unmittelbares Gesundheitsrisiko. Die Schutzmaßnahmen sind trotzdem wichtig, denn sie sind einfach umzusetzen und verringern das Risiko zusätzlich.
Probenahme in der Praxis
So entnehmen Sie die Probe: Bestimmen Sie das zu untersuchende Material, lösen Sie mit einem Messer oder Meißel ein Stück von etwa 2–5 cm, legen Sie die Probe in einen Druckverschlussbeutel und beschriften Sie ihn deutlich. Achten Sie darauf, die Probe aus der richtigen Schicht zu entnehmen, zum Beispiel aus dem Fliesenkleber und nicht nur von der Fliese.
Verpacken Sie die Probe dicht und schicken Sie sie als Päckchen oder Paket mit der Deutschen Post oder DHL an das Labor von Asbestlab in Finnland – als internationaler Brief wird Ware nicht angenommen. Per Post dürfen nur fest gebundene Materialien verschickt werden, zum Beispiel Fliesen, Fliesenkleber, Spachtel, Eternitplatte und Bodenbelag, niemals bröselige Materialien wie Rohrisolierungen. Geben Sie Ihre Kontaktdaten an und von welchem Material die Probe stammt. Sie erhalten das Ergebnis auf Deutsch per E-Mail am selben Tag, an dem die Probe im Labor eintrifft.
Die Vorteile der eigenen Probenahme
Die Probe selbst zu entnehmen ist ein schneller, preiswerter und praktischer Weg, die Asbestfrage zu klären. Sie müssen keinen Termin für einen Besuch vereinbaren, sondern können die Probe nehmen, wann es Ihnen passt. Der Ablauf ist einfach: Probe entnehmen, mit der Post schicken und das Ergebnis per E-Mail erhalten.
Das passt besonders gut, wenn sich die Renovierung noch in der Planung befindet und Sie zunächst klären möchten, ob sie von Asbest betroffen ist. Eine Probe kann Zeit, Geld und unnötige Sorgen sparen.
Zusammenfassung
Sie können eine Asbestprobe selbst entnehmen, sicher und einfach. Die eigene Probenahme eignet sich für begrenzte Renovierungen und für die Untersuchung einzelner Materialien. Bei größeren Projekten ist eine Erkundung durch eine Fachkraft die bessere Wahl. In beiden Fällen ist das Wichtigste, zu klären, ob die Materialien Asbest enthalten, bevor etwas abgerissen wird.
