Die Geschichte von Asbest in Österreich: von Eternit bis zum Verbot 1990

4 Min. Lesezeit
geschichte asbest österreich
Asbestanalyse bestellen · 39,90 €

zzgl. USt. / Probe · PDF-Bericht per E-Mail am Tag, an dem die Probe ankommt

Asbest wurde in österreichischen Gebäuden über weite Teile des 20. Jahrhunderts in großem Umfang verwendet, bis zum Asbestverbot 1990. Deshalb können Häuser, die vor etwa 1990 gebaut oder renoviert wurden, Asbest in sehr vielen verschiedenen Materialien enthalten – und deshalb wird vor Renovierungen bis heute nach Asbest gesucht.

In diesem Artikel zeigen wir, warum Asbest ein so beliebter Baustoff wurde, welche Asbestarten verwendet wurden, wie sich die Verwendung im Lauf der Jahrzehnte verändert hat und wie Ihnen die Bau- und Renovierungsgeschichte Ihres Hauses hilft einzuschätzen, wo Sie nach Asbest suchen sollten.

Warum wurde Asbest so beliebt?

Asbestfasern sind fest, brennen nicht und halten Hitze und Chemikalien gut aus. Die Fasern ließen sich leicht in Zement, Spachtelmasse, Kleber und Kunststoff einmischen und machten die Produkte fester und hitzebeständiger. Das Wort Asbest kommt aus dem Griechischen und bedeutet etwa „unauslöschlich“. Asbest wurde zu einem alltäglichen Rohstoff, der in Einfamilienhäusern, Wohnhäusern und in der Industrie verwendet wurde.

Eternit und andere Asbestzementprodukte

Das bekannteste Asbestprodukt in Österreich ist Asbestzement, im Alltag meist einfach Eternit genannt. Aus Asbestzement wurden unter anderem Dachplatten, Fassadenplatten, Wandplatten, Abwasserrohre und Lüftungskanäle hergestellt. Eternit war günstig, widerstandsfähig und leicht zu montieren, und deshalb findet man es heute auf Dächern und Fassaden vieler älterer Häuser.

Welche Asbestarten wurden verwendet?

Die weltweit häufigste Asbestart in Baustoffen war Chrysotil, also Weißasbest. Er wurde vor allem in Asbestzement, Bodenbelägen, Klebern und Spachtelmassen verwendet. In Spritzisolierungen und im Brandschutz kamen auch Amphibolasbeste wie Krokydolith (Blauasbest) und Amosit (Braunasbest) zum Einsatz. Anthophyllit ist ein weiterer Amphibolasbest, der vor allem in Finnland abgebaut und verwendet wurde. Mehr dazu auf der Seite Anthophyllit und im Artikel Asbest in der Natur, der beschreibt, wie Asbest im Gestein entsteht.

Die Verwendung von Asbest in den einzelnen Jahrzehnten

Die folgende Einteilung ist nur ungefähr. Dasselbe Material konnte lange verwendet werden, und ein Gebäude kann Schichten aus vielen verschiedenen Jahrzehnten haben.

Anfang des 20. Jahrhunderts: Wärme und Brandschutz

Die ersten Asbestprodukte in Gebäuden wurden dort eingesetzt, wo Beständigkeit gegen Hitze und Feuer gefragt war: Asbestpappe, Isoliermassen, Asbestschnüre und Rohrisolierungen rund um Heizleitungen und Kessel. Asbestzement wurde früh auf Dächern und Fassaden üblich.

Nach dem Zweiten Weltkrieg: neue Oberflächen und Kleber

Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde Asbest immer mehr Oberflächenmaterialien und Klebern zugesetzt. Belagskleber, PVC-Beläge, Vinyl-Bodenplatten, Fliesenkleber, Spachtelmassen und Fugenmassen sind typische Asbestmaterialien aus dieser Zeit.

1960er- und 1970er-Jahre: die Zeit des großen Bauens

In den 1960er- und 1970er-Jahren wurde viel gebaut. In Gebäuden aus diesen Jahrzehnten kann Asbest in vielen Materialien gleichzeitig stecken, zum Beispiel in Belagskleber, Fliesenkleber, Spachtelmasse, Fugenmasse, Rohrisolierungen und Lüftungskanälen. In Industrie- und öffentlichen Gebäuden wurden außerdem Spritzisolierungen und gespritzter Brandschutz verwendet.

1990: das Verbot

In Österreich wurde Asbest 1990 verboten. Was diese Jahreszahl für alle bedeutet, die renovieren, beschreibt der Artikel Wann wurde Asbest verboten?.

Nach dem Verbot: das Erbe von Asbest in den Gebäuden

Das Verbot betraf neue Asbestprodukte; Materialien, die bereits verbaut waren, mussten nicht entfernt werden. Deshalb ist die Geschichte von Asbest nicht vorbei. Die alten Materialien stecken noch immer in Wänden, Böden, Dächern und Isolierungen und kommen zum Vorschein, wenn Gebäude renoviert oder abgerissen werden.

Auch die gesundheitlichen Folgen zeigen sich zeitverzögert, weil Asbestkrankheiten meist erst lange nach der Exposition auftreten. Die heutigen Vorschriften zielen daher darauf ab, vor einem Abbruch zu klären, ob Asbest vorhanden ist, und den Abbruch sicher nach den Arbeitnehmerschutzvorschriften durchzuführen, über die die Arbeitsinspektion wacht.

Wie hilft Ihnen die Geschichte Ihres Hauses, Asbest zu finden?

Wenn Sie wissen, wann Ihr Haus gebaut und wann es renoviert wurde, können Sie einschätzen, welche Schichten aus der Zeit vor dem Verbot stammen. Die Geschichte zeigt, wo sich die Suche nach Asbest lohnt – ob gerade Ihr Material Asbest enthält, zeigt aber nur eine Probe.

  1. Ermitteln Sie das Baujahr, etwa aus den Unterlagen zum Haus, bei der Hausverwaltung oder bei der Baubehörde Ihrer Gemeinde.
  2. Sammeln Sie Informationen über frühere Renovierungen: wann Bad, Küche, Böden und Fassade erneuert wurden.
  3. Klären Sie, welche Materialien und Schichten die geplante Renovierung betrifft. Unter einer neuen Oberfläche können alter Kleber oder alte Spachtelmasse liegen.
  4. Nehmen Sie von jedem Material, das vor dem Verbot verlegt wurde und das Sie schleifen, anbohren oder abreißen wollen, eine Probe. Verwenden Sie Einweghandschuhe und einen Atemschutz mindestens der Klasse FFP3, befeuchten Sie die Stelle, lösen Sie ein Stück von etwa 2–5 Zentimetern durch alle Schichten, verpacken Sie es in zwei Beutel und beschriften Sie diese, kleben Sie die Stelle ab und wischen Sie den Bereich mit einem feuchten Tuch ab.
  5. Schicken Sie die Proben ans Labor und warten Sie das Ergebnis ab, bevor Sie mit dem Abbruch beginnen.

Genauere Hinweise finden Sie im Artikel So nehmen Sie eine Asbestprobe. Asbestlab analysiert die Proben mit dem JEOL SEM-EDS Elektronenmikroskop, das alle sechs Asbestarten identifiziert. Das Ergebnis wird auf Deutsch per E-Mail verschickt, üblicherweise am selben Tag, an dem die Probe im Labor eintrifft. Wird Asbest nachgewiesen, übernimmt eine auf Asbestsanierung spezialisierte Firma den Abbruch.

Was kostet eine Asbestanalyse?

Die Analyse kostet 39,90 € + USt. pro Probe (50,07 € inkl. USt., finnische USt. 25,5 %), und der Preis ist für 1–100 Proben gleich. Bei Bestellungen von mehr als 100 Proben können wir eine eigene Vereinbarung treffen. Das Porto ist im Preis nicht enthalten. Sie können die Analyse online bestellen, per Karte bezahlen und die Proben als kleines Paket (Päckchen/Paket) mit der Österreichischen Post an das Labor in Finnland schicken.

Lesen Sie auch

was ist eine asbestanalyse

Was ist eine Asbestanalyse?

Was ist eine Asbestanalyse, wie läuft sie ab und wann braucht man sie? Ein klarer Leitfaden – und so bestellen Sie die Analyse Ihrer Asbestprobe ganz einfach.

Weiterlesen →
analysemethoden asbest

Analysemethoden für Asbest: PLM, SEM-EDS, TEM und XRD

Asbest wird mit Polarisationsmikroskop (PLM), SEM-EDS, TEM und XRD untersucht. Was jede Methode zeigt und welche Methode Asbestlab verwendet.

Weiterlesen →
asbestprobe nehmen

So nehmen Sie eine Asbestprobe

Eine klare Anleitung zur Entnahme einer Asbestprobe: wo die Probe genommen wird, wie Sie sie verpacken und wie Sie sie ans Labor schicken.

Weiterlesen →
wie viele asbestproben

Wie viele Asbestproben brauchen Sie?

Eine Asbestprobe wird pro unterschiedlichem Material, Schichtaufbau und Renovierungsphase genommen, nicht pro Raum. So rechnen Sie – mit Beispielen aus typischen Renovierungen.

Weiterlesen →

Brauchen Sie eine Asbestanalyse?

Bestellen Sie die Laboranalyse Ihrer Asbestprobe online. Ergebnis am Tag, an dem die Probe im Labor ankommt.