Asbest wurde in Österreich bis zum Verbot 1990 vielfach in Baustoffen eingesetzt und ist in Gebäuden häufig, die vor etwa 1990 gebaut oder renoviert wurden. In diesem Artikel gehen wir die häufigsten Stellen und Materialien durch, in denen Asbest stecken kann.
Fliesenkleber
Fliesenkleber gehört zu den häufigsten asbesthaltigen Materialien in älteren Häusern. Vor allem Kleber für Wand- und Bodenfliesen in Bad und Küche enthält oft Asbest. Er wurde dem Kleber beigemischt, um Festigkeit und Hitzebeständigkeit zu verbessern. Werden die Fliesen bei einer Renovierung entfernt, können Asbestfasern freigesetzt werden, wenn der Kleber nicht vorher untersucht wurde.
Spachtelmasse und Fugenmassen
Spachtelmasse ist eine weitere sehr häufige Asbestquelle. Sie wurde verwendet, um Wände und Decken vor dem Ausmalen oder Tapezieren zu glätten. Asbesthaltige Spachtelmasse kann in mehreren Schichten übereinander liegen und ist beim Schleifen besonders gefährlich, weil sich der Staub stark verteilt. Auch Fugenmassen im Bad können Asbest enthalten.
PVC-Beläge und Vinyl-Bodenplatten
In alten PVC-Belägen und Vinyl-Bodenplatten sowie im Kleber darunter kommt häufig Asbest vor. In PVC-Belägen diente Asbest als Armierung, im Belagskleber als Bindemittel. Wenn Sie einen Bodenbelag entfernen, achten Sie besonders auf die Kleberschicht darunter – sie kann Asbest enthalten, egal ob der Belag selbst asbesthaltig ist.
Rohrisolierungen
In älteren Gebäuden besteht die Isolierung von Heizungs- und Wasserrohren oft aus asbesthaltigem Material. Rohrisolierungen sind besonders problematisch, weil sie bei Strangsanierungen und Rohrarbeiten häufig entfernt oder bearbeitet werden müssen. Asbesthaltige Rohrisolierung ist oft eine graue oder weiße Masse, die beim Anfassen leicht zerbröselt.
Dachmaterialien
Asbest wurde auch in verschiedenen Dachmaterialien verwendet, etwa in Dachplatten, Wellplatten (Eternit) und Dachpappe. Vor allem Eternit, also Asbestzementplatten, war ein verbreitetes Material auf Dächern und Fassaden. Außerdem können Akustikplatten an Decken und Platten hinter Verkleidungen Asbest enthalten.
Bodenkleber und Ausgleichsmassen
Kleber und Ausgleichsmassen unter dem Boden enthalten oft Asbest. Besonders Parkettkleber, Belagskleber und Bodenmassen in Häusern, die vor dem Verbot gebaut wurden, sollten vor dem Entfernen untersucht werden. Ob ein Bodenkleber Asbest enthält, sieht man von außen nicht – verlässlich klärt das nur eine Laboranalyse.
Lüftungsanlagen
In älteren Gebäuden kann Asbest in Lüftungskanälen und deren Isolierung vorkommen. Auch Dichtungen und Brandschutzisolierungen in Lüftungsgeräten können Asbest enthalten. Vor einer Sanierung der Lüftung sollten Sie immer klären, ob Asbest vorhanden sein könnte.
Wie bekomme ich Gewissheit?
Asbest lässt sich mit freiem Auge nicht erkennen – verlässlich ist nur eine Laboranalyse. Wenn Ihr Haus vor etwa 1990 gebaut oder renoviert wurde, empfiehlt es sich, die Materialien zu untersuchen, die entfernt werden sollen. Sie können die Probe selbst nehmen und zur Analyse ans Labor schicken.
Besonders wichtig ist die Untersuchung, wenn Sie Abbruch, Schleifen oder andere staubige Arbeiten planen. Ein unbeschädigtes asbesthaltiges Material ist nicht gefährlich, doch beim Abreißen und Bearbeiten werden Asbestfasern in die Atemluft freigesetzt.
