Bevor Sie in einem Haus, das vor etwa 1990 gebaut oder renoviert wurde, etwas abreißen oder renovieren, lohnt es sich zu klären, ob die Materialien Asbest enthalten. Das gilt für kleine Renovierungen zu Hause ebenso wie für größere Umbauten. Da aber nicht immer eine vollständige Erkundung nötig ist, ist es gut, den Unterschied zwischen einer Asbesterkundung und einer einzelnen Asbestanalyse zu kennen.
Warum vor der Renovierung untersuchen?
Asbest wurde in Österreich 1990 verboten, doch Materialien aus der Zeit davor sind in vielen Häusern noch vorhanden. Ein unbeschädigtes Material ist nicht gefährlich, aber beim Abreißen, Bohren oder Schleifen können Fasern freigesetzt werden. Deshalb sollten Sie wissen, was die Materialien enthalten, bevor die Arbeiten beginnen. Arbeiten mit Asbest unterliegen den Arbeitnehmerschutzvorschriften, über deren Einhaltung die Arbeitsinspektion wacht, und ein asbesthaltiges Material darf nicht wie bei einem gewöhnlichen Abbruch entfernt werden.
Die Untersuchung ist in praktisch allen Häusern ein Thema, in denen Materialien aus der Zeit vor dem Verbot stammen können – und auch in neueren Häusern, wenn bei einer früheren Renovierung alte Schichten belassen wurden.
Wann braucht es eine umfassende Asbesterkundung?
Eine umfassende Asbesterkundung ist sinnvoll, wenn der Abbruch mehrere Bauteile betrifft oder wenn Sie nicht wissen, welche Materialien entfernt werden. Typische Fälle sind eine Generalsanierung, eine Strangsanierung, eine größere Wasserschadensanierung oder der Abbruch eines Gebäudeteils. Bei der Erkundung geht eine sachkundige Person die Materialien des Gebäudes systematisch durch und nimmt Proben von allen verdächtigen Materialien.
Die Asbesterkundung führt jemand durch, der Baustoffe und ihre Geschichte kennt. Der Erkundungsbericht ist die Grundlage für die Planung des Abbruchs.
Wann reicht eine einzelne Asbestanalyse?
Eine einzelne Asbestanalyse reicht, wenn Sie genau wissen, welches Material entfernt werden soll, und prüfen möchten, ob es Asbest enthält. So können Sie zum Beispiel bei einer Badsanierung den Fliesenkleber oder vor einem Bodentausch den Kleber unter dem PVC-Belag mit einer einzigen Probe untersuchen lassen.
Eine einzelne Analyse ist schnell, preiswert und für überschaubare Renovierungen oft völlig ausreichend. Sie können die Probe selbst nehmen und mit der Österreichischen Post ans Labor schicken, das macht den Ablauf einfach.
Die Renovierung mit Blick auf Asbest planen
Klären Sie die Asbestfrage schon bei der Planung, nicht erst, wenn der Abbruch beginnen soll. Dann lässt sich eine allfällige Asbestsanierung als Teil der Renovierung einplanen und budgetieren. Überraschungen während des Abbruchs führen zu Verzögerungen und Mehrkosten.
In der Praxis ist ein guter Zeitpunkt, wenn der Umfang der Renovierung feststeht, der Abbruch aber noch nicht begonnen hat. Dann liegt das Ergebnis vor, wenn die beauftragte Firma mit der Arbeit beginnt.
Der Unterschied zwischen Erkundung und Analyse
Eine Asbesterkundung ist eine umfassende Untersuchung, bei der eine sachkundige Person das Gebäude durchgeht und alle möglicherweise asbesthaltigen Materialien erfasst. Eine Asbestanalyse ist dagegen die Laboruntersuchung einer einzelnen Materialprobe. Eine Erkundung umfasst meist auch Analysen, Sie können eine Analyse aber auch ohne Erkundung bestellen.
Wenn nur ein oder zwei Materialien entfernt werden, reicht eine Analyse. Ist der Abbruch umfangreich oder gibt es viele verschiedene Materialien, ist eine Erkundung die vernünftigere Wahl. Beide haben dasselbe Ziel: eine sichere Renovierung.
Wie gehe ich weiter vor?
Wenn Sie eine Renovierung planen und Asbest vermuten, können Sie damit beginnen, eine Probe des Materials zu nehmen, das entfernt werden soll. So erfahren Sie rasch, ob eine Asbestsanierung nötig ist oder ob Sie wie geplant weitermachen können. Bei Bedarf helfen wir Ihnen einzuschätzen, ob eine umfassendere Erkundung nötig ist oder ob in Ihrem Fall eine einzelne Analyse reicht.
